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Batteriespeicher-Lexikon

Netzzusage, IAB, Schwarmspeicher, Regelenergie: Die 32 wichtigsten Fachbegriffe rund um Batteriespeicher (BESS) — einfach und verständlich erklärt, für Verpächter und Investoren.

A

Arbitrage (Stromhandel)

Geschäftsmodell von Batteriespeichern: Strom wird in Zeiten niedriger Börsenpreise (z. B. mittags bei viel Solarstrom) eingespeichert und in Hochpreisphasen (z. B. abends) wieder verkauft. Die Preisdifferenz ist die Marge des Speicherbetreibers — eine der wichtigsten Erlösquellen moderner BESS-Projekte.
B

Baugenehmigung

Behördliche Erlaubnis zur Errichtung eines Batteriespeichers. In Gewerbe- und Industriegebieten ist das Verfahren in der Regel unkompliziert; bei Kleinspeichern kann je nach Kommune Verfahrensfreiheit bestehen. ONEVOLT übernimmt das gesamte Genehmigungsverfahren für Verpächter. Ausführlich erklärt im Genehmigungs-Ratgeber.

BESS (Battery Energy Storage System)

Englische Bezeichnung für ein Batteriespeicher-System — im deutschen Sprachgebrauch auch Batteriespeicher, Stromspeicher oder Großspeicher genannt. Ein BESS besteht aus Batteriemodulen (meist LFP-Zellen), Wechselrichter, Steuerung und Sicherheitstechnik in einem kompakten Container oder Schrank.
C

C-Rate

Kennzahl für die Lade-/Entladegeschwindigkeit eines Speichers im Verhältnis zu seiner Kapazität. 1C bedeutet: Der Speicher kann in einer Stunde vollständig ge- oder entladen werden; 0,5C entspricht zwei Stunden. Typische Netzspeicher arbeiten mit 0,5C bis 1C.

Co-Located (BESS + PV)

Kombination aus Batteriespeicher und Photovoltaik-Anlage am selben Standort mit gemeinsamem Netzanschluss. Der Speicher lädt sowohl aus der eigenen PV-Anlage als auch aus dem Netz und erschließt so mehrere Erlösquellen. Ausführlich erklärt im Ratgeber Co-Located-Batteriespeicher als IAB-Investment.
D

Direktvermarktung

Verkauf von erzeugtem oder gespeichertem Strom direkt am Strommarkt (Strombörse) über einen Direktvermarkter — statt über feste Einspeisevergütungen. Batteriespeicher nutzen die Direktvermarktung, um Preisschwankungen gezielt auszunutzen.
E

Einmalzahlung

Alternative zur jährlichen Pacht: Der Verpächter erhält bei Inbetriebnahme des Speichers eine einmalige, höhere Zahlung statt laufender Pachtzahlungen — interessant für Eigentümer, die kurzfristig Liquidität benötigen. Größenordnungen zeigt der Pachtpreis-Ratgeber.
G

Großbatteriespeicher

Zentrale Speicheranlage mit typischerweise 10+ MW Leistung und 0,5–2 Hektar Flächenbedarf, meist in unmittelbarer Nähe eines Umspannwerks. Gegenstück zum dezentralen Schwarmspeicher-Konzept. Der Vergleich beider Ansätze: Schwarmspeicher vs. Großbatteriespeicher.
I

IAB (Investitionsabzugsbetrag, §7g EStG)

Steuerinstrument für kleine und mittlere Unternehmen: Bis zu 50 % der voraussichtlichen Anschaffungskosten eines beweglichen Wirtschaftsguts (z. B. einer Batteriespeicher-Einheit) können bereits vor dem Kauf gewinnmindernd abgezogen werden. Alle Details, Voraussetzungen und ein Rechenbeispiel: Batteriespeicher IAB. (Keine Steuerberatung.)
K

kW vs. kWh (Leistung vs. Kapazität)

Kilowatt (kW) beschreibt die Leistung — wie viel Strom der Speicher gleichzeitig aufnehmen oder abgeben kann. Kilowattstunden (kWh) beschreiben die Kapazität — wie viel Energie insgesamt gespeichert werden kann. Beispiel: Ein 125-kW-Speicher mit 261 kWh kann gut 2 Stunden lang mit voller Leistung entladen.
L

Lastspitzenkappung (Peak Shaving)

Einsatz eines Batteriespeichers, um kurzzeitige Verbrauchsspitzen eines Betriebs abzufangen. Da Netzentgelte für Industriekunden oft an der höchsten Lastspitze bemessen werden, kann Peak Shaving die Stromkosten erheblich senken.

LFP (Lithium-Eisenphosphat)

Die heute dominierende Batteriezellchemie für stationäre Speicher: Lithium-Eisenphosphat-Zellen gelten als besonders sicher (hohe thermische Stabilität), langlebig (viele tausend Zyklen) und kommen ohne Kobalt aus.
M

Mittelspannung

Spannungsebene des Stromnetzes zwischen 1 kV und 60 kV (typisch 10–30 kV), an die Gewerbegebiete und größere Batteriespeicher angeschlossen werden. Der Anschluss erfolgt über eine Trafostation.

MW (Megawatt)

1 Megawatt = 1.000 Kilowatt. Übliche Größenordnung zur Beschreibung von Speicherprojekten und Projektpipelines. Ein einzelner Schwarmspeicher-Standort liegt typischerweise bei 0,125–1 MW, Großspeicher bei 10–300 MW.
N

Negative Strompreise

Börsensituation, in der Stromerzeuger für die Abnahme ihres Stroms bezahlen — sie entsteht bei hohem Wind-/Solarangebot und niedriger Nachfrage. Für Batteriespeicher sind Negativpreisphasen ideal zum Einspeichern. Hintergründe im Ratgeber Negativstunden & PV-Wirtschaftlichkeit.

Netzanschlusspunkt

Der technische Punkt, an dem ein Batteriespeicher mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden wird — z. B. eine Trafostation oder ein Umspannwerk. Die Nähe zu einem geeigneten Netzanschlusspunkt ist das wichtigste Kriterium bei der Flächenprüfung.

Netzzusage (Netzanschlusszusage)

Verbindliche Bestätigung des Verteilnetzbetreibers, dass ein Batteriespeicher mit einer bestimmten Leistung am beantragten Standort angeschlossen werden darf. Die Netzzusage ist der wichtigste Meilenstein der Projektentwicklung — erst mit ihr wird ein Projekt Ready-to-Build. Aktuelle Netzzusagen von ONEVOLT finden Sie in den News.
P

Pachtvertrag

Vertrag zwischen Flächeneigentümer und Projektentwickler über die Nutzung einer Teilfläche für einen Batteriespeicher — üblich sind Laufzeiten von 15–25 Jahren mit jährlicher Pacht oder Einmalzahlung. Worauf es ankommt: Ratgeber Pachtvertrag Batteriespeicher.

Primärregelleistung (FCR)

Schnellste Form der Regelenergie: Speicher müssen innerhalb von 30 Sekunden Leistung bereitstellen, um die Netzfrequenz bei 50 Hertz zu stabilisieren. Batteriespeicher sind dafür technisch ideal geeignet und erzielen am FCR-Markt Erlöse.
R

Ready-to-Build (RTB)

Projektstatus, bei dem alle Voraussetzungen für den Baubeginn vorliegen: Netzzusage, Standortsicherung (Pachtvertrag) und erforderliche Genehmigungen. RTB-Projekte können nach Erwerb direkt in die Bauphase überführt werden — siehe aktuelle Projekte.

Redispatch

Eingriff der Netzbetreiber in die Stromerzeugung, um Netzengpässe zu vermeiden: Kraftwerke werden herauf- oder heruntergefahren, Erneuerbare notfalls abgeregelt. Batteriespeicher können netzdienlich eingesetzt werden und so Redispatch-Bedarf reduzieren.

Regelenergie

Leistung, die Netzbetreiber kurzfristig abrufen, um Schwankungen zwischen Stromerzeugung und -verbrauch auszugleichen und die Netzfrequenz stabil zu halten. Die Bereitstellung von Regelenergie (v. a. Primärregelleistung) ist eine zentrale Erlösquelle für Batteriespeicher.

Rückbauverpflichtung

Vertragliche Zusicherung, dass der Batteriespeicher am Ende der Pachtlaufzeit vollständig und auf Kosten des Betreibers entfernt wird. Für Verpächter bedeutet das: Die Fläche wird unversehrt zurückgegeben und ist danach wieder frei nutzbar.
S

Schwarmspeicher

Netzwerk aus vielen dezentralen Batteriespeicher-Einheiten (je 125–250 kW auf 5–10 m²), die intelligent vernetzt wie ein großer Speicher am Strommarkt agieren. Das Konzept macht schon kleine Gewerbeflächen ab 20 m² als Speicherstandorte nutzbar. Mehr dazu: Schwarmspeicher-Netzwerk.

Sonderabschreibung (§7g Abs. 5 EStG)

Ergänzend zum IAB: 40 % der (um den IAB geminderten) Anschaffungskosten können in den ersten fünf Jahren zusätzlich zur regulären Abschreibung geltend gemacht werden. Details und Rechenbeispiel: Batteriespeicher IAB. (Keine Steuerberatung.)

Standalone-BESS

Reines Batteriespeicher-Projekt mit eigenem Netzanschluss — ohne kombinierte Erzeugungsanlage. Der Speicher lädt ausschließlich aus dem Netz und erwirtschaftet Erlöse über Arbitrage und Regelenergie. Gegenstück: Co-Located.
T

Trafostation

Transformatorstation, die zwischen Mittelspannungsnetz und Niederspannung übersetzt. Eine Trafostation auf oder nahe dem Grundstück ist ein starkes Plus bei der Flächenprüfung, da sie den Netzanschluss des Speichers deutlich vereinfacht.

Turnkey (schlüsselfertig)

Projektmodell, bei dem der Entwickler den Batteriespeicher komplett errichtet und betriebsbereit („schlüsselfertig") übergibt. Bei ONEVOLT werden Turnkey-Projekte in IAB-fähigen Einheiten veräußert — siehe aktuelle Projekte.
U

Umspannwerk

Anlage, die zwischen Hoch- und Mittelspannungsnetz übersetzt. Großbatteriespeicher benötigen meist die Nähe zu einem Umspannwerk mit freier Kapazität — Schwarmspeicher-Einheiten dagegen nicht, sie nutzen das vorhandene Mittelspannungsnetz im Gewerbegebiet.
V

Verfahrensfreiheit

Befreiung von der Pflicht zum Baugenehmigungsverfahren. Für kleinere Batteriespeicher kann je nach Bundesland und Kommune unter gewissen Umständen Verfahrensfreiheit bestehen — das verkürzt die Projektlaufzeit erheblich. Details im Genehmigungs-Ratgeber.

Verteilnetzbetreiber (VNB)

Regionales Unternehmen, das das örtliche Stromnetz betreibt (z. B. Westnetz, EWE NETZ, Bayernwerk Netz oder Stadtwerke). Der VNB prüft Netzanschlussanfragen und erteilt die Netzzusage für Batteriespeicher-Projekte.
Z

Zyklen (Ladezyklen)

Ein Zyklus entspricht einer vollständigen Ladung und Entladung des Speichers. Moderne LFP-Speicher erreichen 6.000–10.000 Zyklen — bei täglich 1–2 Zyklen entspricht das einer technischen Lebensdauer von deutlich über 15 Jahren.
Ein Begriff fehlt? Schreiben Sie uns an office(at)onevolt.de — wir ergänzen das Lexikon laufend.
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