
Co-Located-Projekte kombinieren einen Batteriespeicher (BESS) mit einer PV-Freiflächenanlage am selben Netzverknüpfungspunkt. Für Investoren entsteht damit ein Wirtschaftsgut mit zwei Erlösquellen — und für IAB-Investoren nach §7g EStG eines der attraktivsten Investitionsobjekte im Energiesektor. In diesem Ratgeber erklären wir, wie Co-Located-Batteriespeicher funktionieren, welche Vorteile sie gegenüber reiner PV und Standalone-Speichern bieten und worauf IAB-Investoren achten sollten.
Was ist ein Co-Located-Batteriespeicher-Projekt?
Co-Located (deutsch: „am selben Standort“) bezeichnet Projekte, bei denen Batteriespeicher und PV-Anlage denselben Netzverknüpfungspunkt nutzen. Der Speicher ist dabei die dominante Komponente. Bei netzgekoppelten Co-Located-Projekten lädt der Speicher sowohl aus der eigenen PV-Anlage als auch aus dem Netz — und genau darin liegt einer der zentralen Vorteile: Der Speicher kann PV-Überschüsse zeitversetzt in Hochpreisfenster vermarkten und zusätzlich klassische Netz-Arbitrage fahren, also günstig laden in Niedrig- oder Negativpreisphasen und einspeisen, wenn die Preise hoch sind. Maximale Vermarktungsflexibilität aus beiden Welten.
Ein knapper werdendes Gut wird dabei doppelt genutzt: der Netzanschluss. Netzverknüpfungspunkte sind in Deutschland einer der größten Engpässe der Energiewende — Co-Located-Projekte nutzen einen Anschlusspunkt für zwei Anlagen und gehen damit besonders effizient mit knappen Netzanschlusskapazitäten um.
Co-Located vs. reine PV: Schluss mit dem Kannibalisierungseffekt
Reine PV-Anlagen haben ein strukturelles Problem: Sie speisen mittags in die Erzeugungsspitze ein — genau dann, wenn alle anderen PV-Anlagen ebenfalls produzieren und die Strompreise niedrig oder sogar negativ sind. Dieser Kannibalisierungseffekt drückt die Erlöse reiner PV-Anlagen von Jahr zu Jahr stärker.
Der Co-Located-Speicher löst genau dieses Problem:
- Peak Shifting: Der Speicher verschiebt die Einspeisung aus der Mittagsspitze in Hochpreisfenster am Morgen und Abend
- Glättung von Erzeugungsspitzen und dadurch weniger Abregelungsverluste
- Zusätzliche Erlösquellen über den Strommarkt statt nur Einspeiseerlös
Wie stark negative Strompreise die Wirtschaftlichkeit reiner PV-Anlagen belasten, haben wir in unserem Artikel zu Negativstunden bei PV-Anlagen ausführlich analysiert.
Co-Located vs. Standalone-BESS: Zwei Erlössäulen statt einer
Auch gegenüber reinen Standalone-Batteriespeichern bietet das Co-Located-Konzept Vorteile:
- Diversifikation: Zwei Erlössäulen (PV-Stromproduktion + Speichervermarktung) statt einer — geringere Abhängigkeit von einzelnen Marktsegmenten wie z. B. Regelenergiepreisen
- Maximale Vermarktungsflexibilität: PV-Überschüsse zeitversetzt in Hochpreisfenster verschieben und zusätzlich Netz-Arbitrage in Niedrig- und Negativpreisphasen fahren
- Infrastruktur-Synergien: Ein Netzanschlusspunkt, gemeinsame Übergabestation, Trafo, Zaun und Zuwegung → bessere Kostenstruktur pro kW
Warum Co-Located-Projekte ideal für IAB-Investoren sind
Für Investoren, die den Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach §7g EStG nutzen möchten, sind Co-Located-Projekte besonders interessant:
- Ein Asset Deal, ein Wirtschaftsgut-Paket: Batteriespeicher + PV-Anteil werden als eine Einheit erworben — mit kombinierter Ertragsstruktur
- Bis zu 50 % der Anschaffungskosten können bereits vor dem Kauf gewinnmindernd abgezogen werden (max. 200.000 € IAB je Betrieb)
- 100 % betriebliche Nutzung: Die Anlage vermarktet Strom — die 90-%-Nutzungshürde des §7g EStG ist sicher erfüllt
- Kein operativer Aufwand: Bei Turnkey-Strukturen sind Betriebsführung und Direktvermarktung vertraglich geregelt
Ausführliche Infos zu Voraussetzungen, Höchstbeträgen und ein konkretes Rechenbeispiel finden Sie auf unserer Übersichtsseite zum Batteriespeicher IAB Investment.
Batteriespeicher IAB Investment nach §7g EStGHinweis: Ob der IAB im Einzelfall greift, hängt von Betrieb, Gewinnsituation und Veranlagung ab — bitte mit dem Steuerberater prüfen. Keine Steuer- oder Anlageberatung.
Praxisbeispiel: Batteriespeicher Co-Located IAB Projekt Lensahn
Wie ein Co-Located-Projekt konkret aussieht, zeigt unser aktuelles Projekt in Lensahn (Schleswig-Holstein):
- Speicherleistung: 9 MW | Speicherkapazität: 33 MWh | PV-Leistung: 10,7 MWp
- Der Speicher lädt sowohl aus der eigenen PV-Anlage als auch aus dem Netz — PV-Überschüsse werden zeitversetzt in Hochpreisfenster vermarktet, zusätzlich klassische Netz-Arbitrage in Niedrig- und Negativpreisphasen
- Status: Im Bau — Netzanschluss, Genehmigung und EPC/Beschaffung abgeschlossen | Inbetriebnahme: geplant Q3/2026
- Erlösmodell: Direktvermarktung über ESFORIN
- IAB-fähige Turnkey-Pakete: 200.000 € (117 kW / 428 kWh + 135 kWp) und 400.000 € (234 kW / 856 kWh + 270 kWp)
- Projektrendite: ca. 9,4 % p.a. (ohne Finanzierung & ohne Steuervorteile)
Ein Backtest auf Basis realer Vermarktungsdaten 2024 (vergleichbare Anlage, Direktvermarkter ESFORIN) bestätigt die Größenordnung der konservativ kalkulierten Prognose. (Vergangenheitswerte sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.)
Das Projekt Lensahn und alle weiteren verfügbaren Ready-to-Build- und Turnkey-IAB-Projekte finden Sie in unserer Projektübersicht.
Fazit
Co-Located-Batteriespeicher kombinieren das Beste aus zwei Welten: die planbare Stromproduktion der PV mit der Marktflexibilität des Speichers. Der Kannibalisierungseffekt reiner PV wird vermieden, die Abhängigkeit von einzelnen Marktsegmenten reduziert, und die gemeinsame Infrastruktur verbessert die Kostenstruktur. Durch die Möglichkeit, sowohl aus der PV-Anlage als auch aus dem Netz zu laden, erschließt der Speicher zusätzlich Arbitrage-Erlöse in Niedrig- und Negativpreisphasen. Für IAB-Investoren nach §7g EStG entsteht so ein reales Wirtschaftsgut mit zwei Erlössäulen und erheblichem Steuerstundungseffekt in den ersten zwei Jahren.
Häufige Fragen zu Co-Located Batteriespeichern
Was bedeutet Co-Located bei Batteriespeichern?
Co-Located bezeichnet Projekte, bei denen Batteriespeicher und PV-Anlage denselben Netzverknüpfungspunkt nutzen. Bei netzgekoppelten Co-Located-Projekten wie unserem Projekt Lensahn lädt der Speicher sowohl aus der eigenen PV-Anlage als auch aus dem Netz — und kombiniert damit PV-Verschiebung in Hochpreisfenster mit klassischer Netz-Arbitrage.
Was ist der Unterschied zwischen Co-Located und Standalone-BESS?
Ein Standalone-BESS lädt aus dem Netz und vermarktet rein über den Strommarkt. Ein Co-Located-Projekt hat zwei Erlössäulen (PV-Stromproduktion + Speichervermarktung) und profitiert von Infrastruktur-Synergien am gemeinsamen Netzverknüpfungspunkt.
Sind Co-Located-Projekte IAB-fähig?
Ja — bei Strukturierung als Asset Deal sind Co-Located-Projekte IAB-fähig: bewegliches Wirtschaftsgut, 100 % betriebliche Nutzung. Unsere Projekte sind entsprechend strukturiert. Die individuelle steuerliche Behandlung ist mit dem Steuerberater zu prüfen.
Was ist ein Grünspeicher?
Ein Grünspeicher lädt ausschließlich aus der eigenen erneuerbaren Erzeugungsanlage — ohne Netzbezug. Netzgekoppelte Co-Located-Speicher wie unser Projekt Lensahn sind bewusst kein reiner Grünspeicher: Die zusätzliche Netzladung ermöglicht Arbitrage-Erlöse in Niedrig- und Negativpreisphasen und damit eine deutlich flexiblere Vermarktung.
Wo finde ich aktuelle Co-Located IAB Projekte?
Aktuell z. B. das Batteriespeicher Co-Located IAB Projekt Lensahn in Schleswig-Holstein — alle verfügbaren Projekte finden Sie auf unserer Seite Aktuelle Projekte.
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Alle Angaben ohne Gewähr, ca.-Werte und unverbindlich. Keine Steuer- oder Anlageberatung, Ergebnisse einzelfallabhängig. Unsere Projektangebote richten sich ausschließlich an Unternehmen und qualifizierte Investoren — kein Angebot an Privatanleger.
